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Donnerstag, 17. September 2015

Grenaa (Folge 1), Dänemark, 13. bis 19. September 2015

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Wir befinden uns im Würgegriff der Starkwinde aus falscher Richtung. Sie schütteln uns unaufhaltsam und durch das Pfeifen, warnen sie uns vom Verlassen des Hafens.
Zugegeben, es scheint, dass wir zu den Weicheiern dieser Szene gehören. Immer wieder hatten wir zusehen müssen, wie die mutigen Crews den Hafen verlassen, um schaukelnd und stampfend ihren Weg zu gehen.

Um sicher ein "nautisches Harakiri" zu vermeiden, wollen wir bis zum Wochenende warten, dann gibt es wahrscheinlich eine Winddrehung, die uns sicher nach Fredericia bringen könnte, mal sehen.

Donnerstag, den 17.
Heute Nacht haben wir kaum schlafen können, der Wind hat so getobt. Seit heute Morgen geht es noch stärker weiter. Die armen Bäume werden so geschüttelt, als hätten sie große Schuld auf sich geladen. Dieser Wind erscheint mir einfach böse!

Freitag, den 18.
Jetzt geht's los. Morgen um 06:00 Uhr wollen wir den Hafen verlassen. Geplant ist Fredericia!

Die Impressionen
















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Samstag, 4. Juli 2015

Selje, Norwegen, 3. bis 5. Juli 2015

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Selje war nicht auf dem Plan, er wurde uns untergeschoben. die bösen Zungen meinen, die heilige Sunniva von Selje hat uns gerufen!

In Maaloey hatten wir alles akribisch geplant. Die "Planbestätigungsprüfung" wurde auch eine Stunde vor der Abfahrt durchgeführt. Es wurde uns suggeriert, dass wir bei achterlichem Wind von 7m/s, in Boen 10m/s, und achterlichen Wellen von sage und schreibe nicht mehr als einem Meter die Umrundung des Westkapps, quasi im Schlaf, schaffen würden.

Es war Essig!
Wir hatten schon beim Verlassen des Hafens in Maaloey 10m/s direkt von achtern und somit nicht einsetzbar. Wegen der Planung wollten wir keinen Zeitverlust, wegen des Kreuzens vor dem Wind, hinnehmen. Wir sind halt so genau!

Als wir die Windschatten verließen, hatten wir bald, allein mit der Arbeitsgenua, 7,5 Knoten über Grund.
Es machte richtig Spaß, die inzwischen wachsende Wellen durchzupflügen.
Von Weitem beobachteten wir das Kap, wie es mehr und mehr in Wolken gehüllt wurde, bis fast nichts mehr von ihm zu erkennen war.
Ich habe einmal beschlossen abzufallen und Selje anzusteuern, dann wurde der Wind schwächer, ich dachte, die Planung im großen und ganzen wird doch stimmen und machte die Kurskorrektur wieder rückgängig. 
Inzwischen war der Wind ca. 13m/s, wir stampften in den immer größer werdenden Wellen, es machte noch Spaß!
Erst als ich feststellte, das wir nicht mit irgend welchen Boen, sondern mit Starkwind zutun hatten, 17m/s über Minuten, habe ich die Reißleine gezogen und bin abgefallen, mit dem Wind und Wellen wollte ich das Kap nicht umrunden. Zu Heike habe ich gesagt, wir segeln nach Selje.

Nun hatten wir halben Wind und seitliche Wellen, viel Spaß hatten wir nicht mehr. Es war harte Arbeit über mehr als eine Stunde.

Als wir in den Hafen von Selje einliefen war plötzlich alles ruhig, befreit von Wind und Sturm und von dem bösen Hosenwurm!
Das Festmachen?, reine Routine!

Nun sitzen wir hier und wissen nicht genau was man da macht, aber irgend wie kriegen wir es hin, es war doch schon mal einer da, er hat es auch gebracht, halleluja!*

Das Abwarten ist angesagt!

Route: 14 Seemeilen, bis heute: 695
02:42 Stunden, Temp.: 20-16°C
Sonnenaufgang: 03:53, Sonnenuntergang: 23:31
Planung, weiße Linie, und Wirklichkeit!
Maaloey, fröhlich haben wir den Hafen verlassen











Noch ist alles klar und es macht Spaß
Das Kap verhüllt sich immer mehr










Die Lage beruhigt sich immer mehr,
je näher wir an Selje kommen.
Das Kap ist nicht mehr zu sehen

Selje, die Suppe dampft!












* Frei nach Udo Lindenberg
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